Ein guter Start ins Jahr – in London.

London geht ja bekanntlich immer. Und nachdem wir es im letzten Jahr, warum auch immer, nicht geschafft haben, waren die Minis und ich uns einig, dass wir das neue Jahr doch ziemlich gerne in London starten würden – und sind am 2. Januar spontan zu Dritt hingeflogen. Dieses Mal habe ich als Ausgangspunkt ein Hotel am Tower Hill gewählt (sonst waren wir immer eher Richtung Covent Garden orientiert) und war angenehm überrascht, wie gut doch die Lage ist. Den London Pass haben wir uns dazugeleistet, lohnt sich schon nach 3-4 Sehenswürdigkeiten, wenn man auch Gebrauch von den Hop-on-hop-off-Touren macht. Sehr gut fand ich übrigens auch, dass man statt Oyster Card oder Papiertickets einfach mit der Kreditkarte kontaktlos bei den Öffentlichen zahlen kann (funktioniert dann wie mit der Oyster Card, einfach den Kartenleser berühren). Wir haben uns die Shard angesehen, was den Jungs am besten gefiel, die Tower Bridge mit dem Glasboden, durch den man die Brücke darunter sehen kann, wir waren in der London Bridge Experience, was ich ziemlich schnell bereut habe, weil es doch ziemlich gruselig und blutig ist (Gott sei Dank sprechen die Jungs kein Englisch, es ging um die Vergangenheit von London mit Bränden, Pest und Jack the Ripper), obwohl wir den Zombie-Teil, natürlich trotzdem zum Missfallen der Minis, ausgelassen haben. Danach waren sie erst einmal, nun ja, etwas ruhiger… vielleicht auch unter Schock stehend. Wer seine Kinder also nachhaltig beeindrucken und schocken möchte, dem kann ich diese Tour nur empfehlen. Ich habe meine zur Aufmunterung erst einmal mit Crêpes bei „Creme de la Crêpe“ versorgt, danach ging es wieder. Wir mussten zu Primark an der Oxford Street (hat eine eigene HP-Abteilung), um ihnen die langersehnten Harry-Potter-Umhänge zu kaufen und sind natürlich mit den Doppeldeckerbussen gefahren.

Leadenhall Market lag um die Ecke vom Hotel, ist auch sehr sehenswert. Und natürlich durfte ein Bummel über den Borough Market zum Mittagessen ebenfalls nicht fehlen. Abends waren wir im Wagamama, wie immer, und am zweiten Abend bei Natural Kitchen, was mich wirklich begeistert hat. Superlecker.

Singapur. Yay.

Hiermit liegt die Latte für alle weiteren Ferien doch ziemlich hoch. Ich meine, wer kann schon sagen, dass er seine allerersten Schulferien mit ein paar Tagen in Singapur verbracht hat?!

Die Idee dafür kam vom Gatten, der Singapur beruflich gut kennt und der Meinung war, dass es als „Asieneinstieg“ und vor allem mit Kindern perfekt geeignet ist. Kann ich tatsächlich auch nur so unterschreiben. Beide Flüge gingen jeweils durch die Nacht und die Zeitverschiebung haben die Jungs großartig gemeistert, es war ihnen nichts anzumerken. Wir haben in unseren 5 Tagen vor Ort lange ausgeschlafen und sind dementsprechend auch erst nach Mitternacht ins Bett, was sich allerdings lohnt, weil ich die Stadt nach Einbruch der Dunkelheit erst wirklich schön fand. Alles ist bunt erleuchtet, es gibt Light- und Lasershows und es ist Leben auf den Straßen.

Essen waren wir fast ausschließlich auf den Street Food Märkten und Hawker Centres wie Lau Pa Sat (Telok Ayer Market). Dort ist die Atmosphäre einfach toll – man stelle sich eine abgesperrte Straße vor, wackelige Klapptische und behelfsmäßige Hocker zwischen Wolkenkratzern, eine fröhliche Menschenmischung aus allen Ländern, das Ganze durchzogen von Räucherschwaden und Essensgerüchen, dazu der nette alte Herr, der Feuchttücher verkauft (bitter nötig bei Fingerfood mit Kindern) – und das Essen gut und günstig. Die Saté-Spieße von Stand 7 & 8 sind anscheinend legendär, aber das schreiben sie auch selbst.

Singapur ist unfassbar teuer, auch nach Tagen bin ich immer wieder zusammengezuckt, wenn ich Preise gesehen habe – völlig egal, um was es sich handelte. Mein Highlight war die Tüte Gummibärchen, die das eine Kind bei unserer Fuß-Knabber-Fisch-Wette (im Hotel gab es einen Teich, an dessen Rand Sitzkissen ausgelegt waren und in den man seine Füße hängen konnte, die dann dort von kleinen Fischen beknabbert wurden. Ich hatte nachmittags Leute gesehen, die dort völlig entspannt saßen und Zeitung lasen, aber ich kann euch sagen, dass es un-er-träg-lich ist. Keine Ahnung, wie sie es gemacht haben, ich bin nach ein paar Sekunden jedenfalls fast geplatzt und hätte schreien müssen, wenn ich die Füße nicht aus dem Wasser gezogen hätte. Aber zurück zu den Gummibärchen.) gewonnen hatte: stinknormale Gummibärchen in einem stinknormalen Laden. Für horrende 10 Euro, umgerechnet. An der Kasse erst festgestellt, dann aber postwendend ins Regal zurückgelegt. Sogar das Gewinnerkind konnte ansatzweise verstehen, dass die Auszahlung des Siegerpreises eventuell noch bis zur Rückkehr nach Deutschland würde warten müssen.

Ansonsten haben wir die Tage überwiegend kindgerecht verbracht, die ersten zwei Nächte auf Sentosa Island, einer künstlich aufgeschütteten Insel direkt vor der Stadt, auf der sich Strände, Wasserspielplätze und natürlich auch die Universal Studios befinden. Haben wir alles abgehakt, vor allem den Wasserspielplatz fand ich genial. Strand geht nicht besonders gut, weil es einfach zu heiß ist, der Sand glüht und die Wassertemperatur liegt bei knapp unter 28 Grad. Generell bin ich kein Fan tropischer Temperaturen mit so hoher Luftfeuchtigkeit, ich kann mir nicht erklären, wie die Asiatinnen es schaffen, dabei wie aus dem Ei gepellt auszusehen. Ich jedenfalls hatte nur noch weite Kleider mit möglichst wenig Stoff an und habe auf Schminke komplett verzichtet, weil nach fünf Minuten sowieso alles davongeronnen wäre.

Im Botanischen Garten (die tropische Vegetation ist so faszinierend, es strotzt nur so vor Grün und wuchert überall) und im Zoo (etwas außerhalb) waren wir auch. Es hat ausgiebig geregnet, aber wenn man sich damit erst einmal abgefunden hat, stört die Feuchtigkeit nicht weiter. Was ich in diesem Zusammenhang sehr interessant fand: in Singapur riecht es unglaublich gut. Die ganze Stadt duftet. Keine Ahnung, wie sie das hinbekommen, man sollte meinen, dass Modergeruch überall präsent wäre, aber nein.

Mein Fazit zu Singapur: es ist interessant und nach Einbruch der Dämmerung wirklich schön anzusehen, ich fand es persönlich allerdings eher… nicht direkt enttäuschend, aber zu wenig asiatisch. Wobei man das bei der Menschenmischung auch fast nicht erwarten kann. Es war eben sehr westlich. Shoppingcenter, Einkaufsmeilen, Restaurantketten, Wolkenkratzer… es hätte beinahe auch irgendwo in den USA sein können, wenn da nicht diese irre Pflanzenvielfalt überall zu sehen gewesen wäre. Gesehen haben sollte man es aber auf jeden Fall, wenn man die Gelegenheit hat.