Oh Mexiko! Part I – Yucatan

Wir sind seit knapp drei Wochen zurück und der Alltag hat uns schon wieder so fest in der Hand, dass die Urlaubsnachwirkungen und Erinnerungen schon beinahe komplett verblasst sind. Wie unschön.

Das eine Kind hat anscheinend ein Alltagstrauma (Urlaub ist deutlich besser) davongetragen und steht seit zweieinhalb Wochen jede Nacht – mehrfach – in unserer Schlafzimmertür mit den Worten „Meine Augen gehen immer wieder auf“. Das macht mich ein bisschen wahnsinnig. Okay, sehr. Und das Doofe ist: ich weiß nicht, wie ich reagieren soll. Braucht er einfach mehr Nähe? Aber wieso ausgerechnet nachts? Oder gewöhnt er sich gerade etwas an, wenn ich ihm erlaube, zu bleiben – und das bleibt mir dann die nächsten zehn Jahre erhalten? Wahhh. Fiese Vorstellung.

Jedenfalls denke ich mir, angesichts dieser Rückkehr in den Alltag, dass ich wohl besser schnell die schönen Urlaubsmomente schriftlich festhalten sollte, bevor sie denn endgültig auf und davon sind…

Wir sind über México City nach Cancun geflogen und von dort mit dem Mietwagen Richtung Tulum, genauer gesagt: nach Akumal, aufgebrochen.

Kaum im Resort nach wahrscheinlich über 20 Stunden Anreise angekommen, fängt es zu regnen an und wir bekommen die Mitteilung, dass unser Zimmer leider erst in 4 Stunden fertig sein wird.

Leicht verzweifelt machten wir uns also auf die Suche nach Mittagessen und landeten am Fun-Pool eines der weiteren Hotels auf dem Gelände. Den fun konnte man nicht übersehen, hunderte von Menschen im Wasser (interessanterweise trotz Gewitter, aber vielleicht ist ja der Nervenkitzel, ob man vom Blitz getroffen wird, Teil des funs gewesen…), Kindergeschrei, bunte Rutschen, ein sehr amerikanisches Buffet mit Pancakes, Burgern und Pommes, Halbnackte beim Essen und generell ein ziemliches Chaos. Die Jungs waren folglich völlig begeistert – und ich verstört, was ich aber brav für mich behalten und nur innerlich geweint habe.

Nach dem, für mich (und den Gatten, wie er am nächsten Abend zugab), irritierenden Auftakt in den Urlaub ging es aber steil bergauf. Unser Teil des Hotels war deutlich weniger… sagen wir mal „lebhaft“ als dieser andere Bereich, den Fun-Pool fanden die Jungs nach einer halben Stunde langweilig und wir hatten unseren Mietwagen, um dem ganzen Resort zu entkommen. Was wir auch ausgiebig gemacht haben.

Und es gibt so wahnsinnig viel zu sehen… die Cenoten haben es mir besonders angetan: mit Süßwasser gefüllte Höhlen in allen Varianten, wie Seen an der Oberfläche, tief unter der Erde, völlig abgeschlossen oder teilweise zum Tageslicht offen. Wobei die ganz unter der Erde absolut nicht mein Ding war – man musste weit hinabsteigen, es war, von ein paar Lampen abgesehen, ziemlich finster, modriger Geruch und pechschwarzes Wasser. Weil ich aber durchaus ganz schön heldenhaft sein kann, habe ich mich tatsächlich mit Tauchermaske zu den Fischen hineinbegeben. Allerdings nicht lange… wenn man eine blühende Fantasie und genug Bücher und Filme über Höhlenmonster gelesen und gesehen hat, gibt das durchaus ganz schön Puls. Das Wasser ist zwar völlig klar, aber man kann oft die Ausmaße der Höhle gar nicht einschätzen, weil sich weitere Gänge und Höhlen ins Unendliche öffnen. Wer weiß, was da so alles wohnt.

Dann doch lieber sonnenlichtdurchflutet und mit hunderten von Fischen, die allesamt wenig scheu waren und einen teilweise auch angeknabbert haben. Hatten wir einen Spaß, jedenfalls nach kurzer Gewöhnungsphase. Als ich das eine Kind endlich überredet hatte, dass es toll ist und er sich die Fische unbedingt ansehen muss, konnte ich ihn unter Wasser in der Tauchermaske noch brüllen hören, als ihn der erste Fisch berührt hat. Hihi. Er hat es un-traumatisiert überstanden (das war übrigens nicht der mit den Schlafstörungen).

Aus tiefen Höhlen geht es hoch hinaus auf Maya Pyramiden, von denen es wirklich einige zu entdecken gibt. Wir haben uns aus Zeitgründen gegen Chichen Itza und für Coba entschieden. Diese Ruinen liegen versteckt im Dschungel, mit dem Auto kommt man nur bis zu einem großen Parkplatz und muss danach zu Fuß weiter – oder mit dem Leih-Rad, was wir gemacht haben und was ein Heidenspaß war. Die Räder sind uralt, völlig verrostet und verbogen, lassen sich kaum lenken, geschweige denn bremsen. Also sind wir im Schneckentempo die Runde langgeeiert, unter „Achtung, ich komme von hinten und kann nicht bremsen„-Schreien, die Füße am Boden schleifend. Letzteres für uns hochgewachsene Europäer übrigens kein Problem.

Tulum selbst (man muss unterscheiden zwischen Tulum Pueblo und der Beach Road, die über viele Kilometer am Strand entlangführt – in unserem Fall meine ich die Straße) hat mich zunächst etwas verschreckt (ich habe am ersten Tag bereits jegliches Schminken aufgegeben, hatte fast ausschließlich ein einziges Kleid an, das möglichst wenig Stoff an sich hatte, auch über nasse Bikinis angezogen werden konnte und meine Haare waren in einen, von dem Cenoten-Getauche ständig nassen Zopf gebunden), weil es wahnsinnig touristisch und super hip ist. Überall sieht man die Instagrammer in Pose geworfen, alle sind durchgestylt und furchtbar cool. Außerdem herrscht ziemliches Verkehrschaos, man kommt nur langsam voran. Nach der ersten, unmittelbaren Abneigung kam dann aber doch so etwas wie Begeisterung auf. Die Läden und Bars entlang der Straße sind so liebevoll hergerichtet, die Straße selbst ist von Palmen und Dschungel beschattet und man kann sich nicht sattsehen an den hübschen Details. Leider ist Anhalten mit dem Auto nahezu unmöglich. Wir haben einen kurzen Stop für eine Runde Eis (sensationell) und an einem Abend auch einen Restaurantbesuch eingelegt, weil davor gerade eine Parklücke auf der Straße frei wurde. Enttäuscht wurden wir aber nicht, in der Gegend scheint einfach jegliches Essen gut zu sein. Und geschmacklich werden einem wirklich neue Welten eröffnet. An dieser Stelle muss ich euch das Ka’an nahelegen, mir hat es bei unserem ersten Besuch wirklich den Atem geraubt. Wenn man der Beach Road bis ans Ende folgt, kommt man an den Eingang zu einem Naturreservat bzw. Nationalpark, Sian Ka’an. Links das Meer, rechts eine wunderbare Lagune (übrigens mit Krokos, wie wir festgestellt haben. Und zwar großen.) Von dort sind es noch einige Kilometer Fahrt auf einer holprigen Sandstraße, bis man bei dem Strandrestaurant Ka’an ankommt – Loungemöbel unter freiem Himmel, eine Bar, Essen ausschließlich über dem Feuer zubereitet und lokale Zutaten. Eine einmalige Erfahrung.

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Teil zwei über México City folgt in hoffentlich annehmbarer Zeit. Sage ich jetzt mal…

Und gleich nochmal: London.

So gut, dass es nach 8 Wochen direkt noch einmal geht. Und wenn ich das mal so sagen darf: diesen Rhythmus würde ich für das restliche Jahr ganz gerne beibehalten wollen. Ich bekomme nicht genug von London. Dieses Mal ohne Mann und Kinder, sondern mit Mama – also in eine völlig andere Richtung. Der Schwerpunkt lag eher bei Sightseeing, gutem Essen und Schaufensterbummeln (wortwörtlich, weil die meisten Geschäfte sonntags erst gegen 12 Uhr aufgemacht haben).

Was kann ich empfehlen?

Auf jeden Fall die tolle Aussicht aus dem 10. Stock des Blavatnik Buildings der Tate Modern. Der Aufstieg könnte sportlich sein, da es bei uns so voll war, dass man ewig auf einen Lift hätte warten müssen, also sind wir zu Fuß hoch. Die Anstrengung lohnt sich aber wirklich. Und kostenlos ist es auch noch, wie auch der Besuch der regulären Tate-Ausstellungen. Außerdem haben die Museumsshops oft ausgefallene Kleinigkeiten als Mitbringsel oder Geschenkideen.

Die zweite, nicht so bekannte Aussichtsplattform haben wir auf dem Dach der One New Change Mall direkt neben der St. Paul’s Cathedral entdeckt. Man kann mit dem Aufzug direkt hochfahren und hat einen sensationellen Blick auf die Kathedrale.

Ansonsten, natürlich, Notting Hill. Ich habe Teile des Tagesausflugs von Steffi von Ohhh Mhhh schamlos abgekupfert: das Frühstück bei Granger’s – die Ricotta Hotcakes, herrje, waren die gut, der Bummel zu Sézane – ich habe schon länger eine Tasche von ihnen und bin in die nächste ganz verliebt (Achtung, sind online in Euro billiger als in UK), die Nase plattdrücken bei Goop (leider alles zu, siehe Anmerkung zu den Öffnungszeiten oben), die wunderschöne Auslage bei Daylesford Organic…

Mittagessen haben wir uns aus der Food Hall bei Selfridges mitgenommen, weil das Wetter dann doch zu unangenehm war, um einen Portobello-Road-Bummel auch nur in Erwägung zu ziehen.

Sehr empfehlenswert finde ich auch die tollen kleinen oder größeren Märkte: der Borough Market, der Maltby Street Market, der Old Spitalfields Market, Sunday Upmarket und Brick Lane Market. Die Letzteren sind alle dicht beieinander. Und das Viertel ist allemal sehenswert. Und an der Kreuzung Commercial St/Lamb St gibt es einen „DECIEM“-Laden mit, unter anderem, Produkten von The Ordinary. Die kleinen Fläschchen haben sogar noch ins Handgepäck gepasst und meine Haut freut sich über den Feuchtigkeitsboost dank Serum und Make-up.

Abends waren wir einmal beim Inder in Covent Garden, Masala Zone, einer Kette, der bei fast jedem Londonbesuch Pflicht ist und noch nie enttäuscht hat, und bei Natural Kitchen, ebenfalls eine Kette, wie schon im Januar mit den Kindern. Dieses Mal allerdings in St. Katherine Docks, was ich vorher auch nicht kannte. Es war dunkel und stürmisch, aber ich denke, der kleine Hafen hat tagsüber sogar noch mehr Charme.

Nachdem ich den Post jetzt seit 4 Wochen „bearbeite“ (sprich: eigentlich fertig, aber vergessen habe, ihn zu posten), spare ich mir glorreiche Abschlussworte, bevor es dann nochmal Tage dauert, und klicke auf Veröffentlichen. So.

Habt ein schönes Wochenende!

Ein guter Start ins Jahr – in London.

London geht ja bekanntlich immer. Und nachdem wir es im letzten Jahr, warum auch immer, nicht geschafft haben, waren die Minis und ich uns einig, dass wir das neue Jahr doch ziemlich gerne in London starten würden – und sind am 2. Januar spontan zu Dritt hingeflogen. Dieses Mal habe ich als Ausgangspunkt ein Hotel am Tower Hill gewählt (sonst waren wir immer eher Richtung Covent Garden orientiert) und war angenehm überrascht, wie gut doch die Lage ist. Den London Pass haben wir uns dazugeleistet, lohnt sich schon nach 3-4 Sehenswürdigkeiten, wenn man auch Gebrauch von den Hop-on-hop-off-Touren macht. Sehr gut fand ich übrigens auch, dass man statt Oyster Card oder Papiertickets einfach mit der Kreditkarte kontaktlos bei den Öffentlichen zahlen kann (funktioniert dann wie mit der Oyster Card, einfach den Kartenleser berühren). Wir haben uns die Shard angesehen, was den Jungs am besten gefiel, die Tower Bridge mit dem Glasboden, durch den man die Brücke darunter sehen kann, wir waren in der London Bridge Experience, was ich ziemlich schnell bereut habe, weil es doch ziemlich gruselig und blutig ist (Gott sei Dank sprechen die Jungs kein Englisch, es ging um die Vergangenheit von London mit Bränden, Pest und Jack the Ripper), obwohl wir den Zombie-Teil, natürlich trotzdem zum Missfallen der Minis, ausgelassen haben. Danach waren sie erst einmal, nun ja, etwas ruhiger… vielleicht auch unter Schock stehend. Wer seine Kinder also nachhaltig beeindrucken und schocken möchte, dem kann ich diese Tour nur empfehlen. Ich habe meine zur Aufmunterung erst einmal mit Crêpes bei „Creme de la Crêpe“ versorgt, danach ging es wieder. Wir mussten zu Primark an der Oxford Street (hat eine eigene HP-Abteilung), um ihnen die langersehnten Harry-Potter-Umhänge zu kaufen und sind natürlich mit den Doppeldeckerbussen gefahren.

Leadenhall Market lag um die Ecke vom Hotel, ist auch sehr sehenswert. Und natürlich durfte ein Bummel über den Borough Market zum Mittagessen ebenfalls nicht fehlen. Abends waren wir im Wagamama, wie immer, und am zweiten Abend bei Natural Kitchen, was mich wirklich begeistert hat. Superlecker.

Singapur. Yay.

Hiermit liegt die Latte für alle weiteren Ferien doch ziemlich hoch. Ich meine, wer kann schon sagen, dass er seine allerersten Schulferien mit ein paar Tagen in Singapur verbracht hat?!

Die Idee dafür kam vom Gatten, der Singapur beruflich gut kennt und der Meinung war, dass es als „Asieneinstieg“ und vor allem mit Kindern perfekt geeignet ist. Kann ich tatsächlich auch nur so unterschreiben. Beide Flüge gingen jeweils durch die Nacht und die Zeitverschiebung haben die Jungs großartig gemeistert, es war ihnen nichts anzumerken. Wir haben in unseren 5 Tagen vor Ort lange ausgeschlafen und sind dementsprechend auch erst nach Mitternacht ins Bett, was sich allerdings lohnt, weil ich die Stadt nach Einbruch der Dunkelheit erst wirklich schön fand. Alles ist bunt erleuchtet, es gibt Light- und Lasershows und es ist Leben auf den Straßen.

Essen waren wir fast ausschließlich auf den Street Food Märkten und Hawker Centres wie Lau Pa Sat (Telok Ayer Market). Dort ist die Atmosphäre einfach toll – man stelle sich eine abgesperrte Straße vor, wackelige Klapptische und behelfsmäßige Hocker zwischen Wolkenkratzern, eine fröhliche Menschenmischung aus allen Ländern, das Ganze durchzogen von Räucherschwaden und Essensgerüchen, dazu der nette alte Herr, der Feuchttücher verkauft (bitter nötig bei Fingerfood mit Kindern) – und das Essen gut und günstig. Die Saté-Spieße von Stand 7 & 8 sind anscheinend legendär, aber das schreiben sie auch selbst.

Singapur ist unfassbar teuer, auch nach Tagen bin ich immer wieder zusammengezuckt, wenn ich Preise gesehen habe – völlig egal, um was es sich handelte. Mein Highlight war die Tüte Gummibärchen, die das eine Kind bei unserer Fuß-Knabber-Fisch-Wette (im Hotel gab es einen Teich, an dessen Rand Sitzkissen ausgelegt waren und in den man seine Füße hängen konnte, die dann dort von kleinen Fischen beknabbert wurden. Ich hatte nachmittags Leute gesehen, die dort völlig entspannt saßen und Zeitung lasen, aber ich kann euch sagen, dass es un-er-träg-lich ist. Keine Ahnung, wie sie es gemacht haben, ich bin nach ein paar Sekunden jedenfalls fast geplatzt und hätte schreien müssen, wenn ich die Füße nicht aus dem Wasser gezogen hätte. Aber zurück zu den Gummibärchen.) gewonnen hatte: stinknormale Gummibärchen in einem stinknormalen Laden. Für horrende 10 Euro, umgerechnet. An der Kasse erst festgestellt, dann aber postwendend ins Regal zurückgelegt. Sogar das Gewinnerkind konnte ansatzweise verstehen, dass die Auszahlung des Siegerpreises eventuell noch bis zur Rückkehr nach Deutschland würde warten müssen.

Ansonsten haben wir die Tage überwiegend kindgerecht verbracht, die ersten zwei Nächte auf Sentosa Island, einer künstlich aufgeschütteten Insel direkt vor der Stadt, auf der sich Strände, Wasserspielplätze und natürlich auch die Universal Studios befinden. Haben wir alles abgehakt, vor allem den Wasserspielplatz fand ich genial. Strand geht nicht besonders gut, weil es einfach zu heiß ist, der Sand glüht und die Wassertemperatur liegt bei knapp unter 28 Grad. Generell bin ich kein Fan tropischer Temperaturen mit so hoher Luftfeuchtigkeit, ich kann mir nicht erklären, wie die Asiatinnen es schaffen, dabei wie aus dem Ei gepellt auszusehen. Ich jedenfalls hatte nur noch weite Kleider mit möglichst wenig Stoff an und habe auf Schminke komplett verzichtet, weil nach fünf Minuten sowieso alles davongeronnen wäre.

Im Botanischen Garten (die tropische Vegetation ist so faszinierend, es strotzt nur so vor Grün und wuchert überall) und im Zoo (etwas außerhalb) waren wir auch. Es hat ausgiebig geregnet, aber wenn man sich damit erst einmal abgefunden hat, stört die Feuchtigkeit nicht weiter. Was ich in diesem Zusammenhang sehr interessant fand: in Singapur riecht es unglaublich gut. Die ganze Stadt duftet. Keine Ahnung, wie sie das hinbekommen, man sollte meinen, dass Modergeruch überall präsent wäre, aber nein.

Mein Fazit zu Singapur: es ist interessant und nach Einbruch der Dämmerung wirklich schön anzusehen, ich fand es persönlich allerdings eher… nicht direkt enttäuschend, aber zu wenig asiatisch. Wobei man das bei der Menschenmischung auch fast nicht erwarten kann. Es war eben sehr westlich. Shoppingcenter, Einkaufsmeilen, Restaurantketten, Wolkenkratzer… es hätte beinahe auch irgendwo in den USA sein können, wenn da nicht diese irre Pflanzenvielfalt überall zu sehen gewesen wäre. Gesehen haben sollte man es aber auf jeden Fall, wenn man die Gelegenheit hat.

Spätsommer in Marseille…

Es ist inzwischen zwar schon ein paar Wochen her, aber vielleicht inspiriert es ja noch andere „Alltagsgeschädigte“: nachdem wir in diesem Jahr zum ersten Mal auf unseren sonst bisher immer Ende September gemachten Jahresurlaub dank der Einschulung der Minis verzichten mussten und schon Anfang August wieder zurück waren (Segeln in Griechenland, dazu schaffe ich es vielleicht ein anderes Mal…), fiel mir im September natürlich prompt die Decke auf den Kopf. Der Sommer vorbei, die Herbstgefühle, die sich einschlichen, nichts Aufregendes in Aussicht und ja, tatsächlich, ein verregnetes Wochenende in Aussicht… der Mann war arbeitenderweise unterwegs und ich mit den zwar eigentlich sehr lieben, aber doch arg – vor allem innerhäuslich freiheitsberaubt – anstrengenden Minis alleine? Auf keinen Fall. Also saß ich mit Wetterbericht, Europakarte und diversen Flug- und Hotelseiten da und grübelte, verglich und googelte, bis meine Wahl auf Marseille fiel. Ich war seit wirklich vielen Jahren nicht mehr in Frankreich gewesen, meine letzten Erfahrungen mit Paris nicht gerade unvergesslich und mein Französisch eingerostet. Also denn, die perfekte Gelegenheit, um das wieder gerade zu rücken.

Koffer gepackt, Minis geschnappt und ab nach Frankreich. Natürlich dachte ich mir schon am Flughafen, dass das eine völlig irrsinnige Idee war und natürlich gab es mit den Jungs Stress und dann war auch noch der Flieger zu meinem Entsetzen einer von diesen ganz kleinen. Flugangst olé.

Nach der Landung habe ich am Busterminal in allerfeinstem Französisch (und in einem komplett zusammenhängenden Satz) Tickets in die Innenstadt gekauft, um dann direkt zu scheitern, als die Dame fröhlich mit einem Wortschwall antwortete. Trotzdem saßen wir im richtigen Bus und kamen am Hauptbahnhof an, von wo ich ein Taxi nehmen wollte, um schnellstmöglich zum Hotel zu kommen. Das allerallerwichtigste am ganzen Kurztrip war nämlich, worauf mich die Jungs auch immer wieder nachdrücklich hinwiesen, dass sie schnellstmöglich in den Pool kommen sollten.

Es wurde schon langsam Abend und ich, wie immer bargeldlos, konnte nirgendwo einen Geldautomaten finden, um das Taxi zu bezahlen. Nach endlosem Hin- und Hergeirre von links nach rechts und wieder zurück durch den ganzen Bahnhof haben wir dann schließlich einen – einen! – Automaten gefunden.

Jedenfalls bin ich dann mit meinem frisch erworbenen Bargeld zum Taxistand marschiert, um dort vom Fahrer zu hören, dass sie erst ab 25 Euro fahren würden und das Hotel nicht so weit sei, ich solle doch die Métro nehmen. Gnnnaaaah.

Dass das Hotel nicht weit ist, war mir auch bewusst, aber knappe zwei Kilometer mit nörgeligen Kindern und Gepäck sind definitiv keine Option.

Also wieder zurück durch den ganzen Bahnhof, runter zur Métro, nirgendwo etwas zu den Tickets und Preisen gefunden und aus purer Verzweiflung dreimal ein Zwei-Tagesticket gekauft, um ganz sicher zu gehen – haben wir natürlich danach nicht mehr gebraucht. Pffff.

Danach erstmal am Bahnsteig hingesetzt, Kindern gut zugeredet und gegoogelt, wie lange man den Hotelpool benutzen darf. 23 Uhr. Ha. Die Jungs waren beruhigt, ich war beruhigt und wir konnten frohen Mutes zum Hotel fahren (um dann doch den letzten Kilometer zu Fuß laufen.).

Nach dem Einchecken waren wir innerhalb von 5 Minuten am Pool, die Jungs direkt im Wasser und ich hatte ein Glas Rosé in der Hand. Auch wenn es schon dunkel und kühl wurde. Beim sehr späten Abendessen im Hotel, weil wir völlig k.o. waren, sind sie mir dann am Tisch fast eingeschlafen. Hihi.

Den darauffolgenden Samstag verbrachten wir auf einer Sightseeing-Tour mit dem Petit Train de Marseille, der kleinen blau-weißen Bimmelbahn, vom Hafen über den Strand an der Küste entlang, hinauf zur Basilika Notre Dame de La Garde. Hinunter sind wir zu Fuß, durch die verschlungenen Gassen der Altstadt.

Danach mussten wir uns erst einmal durch diverse Eisdielen probieren (mein Highlight: schwarzes Sesameis am Stiel von Emki Pop und das der Jungs: ekelige Slushies in allen abartigen Geschmackskombinationen und Farben des Regenbogens. Brrrr.) und dann natürlich noch einmal in den Pool hüpfen.

Der Alte Hafen ist zu beiden Seiten einen Spaziergang wert, sparen kann man sich in meinen Augen dagegen die Fußgängerzone. Es sei denn, man steht auf Slushies.

Mein Fazit: Marseille ist zwar teuer, aber definitiv einen Besuch wert und der kleine Ausbruch tat so gut, ob nun mit oder ohne Kinder. Einfach mal raus und wieder etwas Neues probieren, wagen… ich jedenfalls habe beschlossen, dass ich so etwas viel öfter machen müsste und plane schon den nächsten Trip. Dieses Mal vielleicht auch alleine. Jawollja.

La Compagnie Candy – wegen des Sesameises

Radisson Blue Vieux Port – wegen der tollen Lage am Alten Hafen

Patisserie Saint Victor – wegen der unglaublichen Auswahl an süßen Teilchen wie zum Beispiel mit Vanillecreme gefüllten Croissant-Brioches… muss ich mehr sagen?

La Passarelle – wegen der hübschen, unter und zwischen Pflanzen versteckten Hinterhofterrasse

Herbstwochenende…

…auf’m Berg. Beziehungsweise runter vom Berg, da ich bergauf furchtbar finde. Ich mag es nicht, wenn sich der Puls erhöht und man schwer atmen muss. Was das für meine Sportkarriere bedeutet, kann man sich jetzt wahrscheinlich vorstellen.

Jedenfalls sind wir, wie eigentlich jedes Jahr, durch die Partnachklamm marschiert. Auch ohne Kinder ist das ein irres Gefühl, diese Naturgewalt zu sehen und zu hören, mittendrin zu sein.

Rauf ging es mit der Eckbauer-Bahn, von dort über einen gekiesten Weg runter zum Graseck, eine dringend nötige Einkehr bei der Kaiserschmarrn-Alm (wobei, trotz dieses Namens, der Kaiserschmarrn in der Tiroler Hütte auf dem Brauneck auch nach Jahren noch ungeschlagen bleibt) und nach der Stärkung dann beschwingt weiter zum oberen Eingang der Partnachklamm. Durch die Schlucht mit den tosenden Wassermassen ging es dann ins Tal.

Nächster Versuch.

Mal sehen, ob es hier wieder etwas wird. Das letzte Jahr, oder besser: die letzten anderthalb Jahre waren wild, ereignisreich und kräftezehrend.

Jetzt fehlt mir allerdings langsam doch der kreative Auslass… und ich finde es schade, dass immer weniger aus unserem Leben und dem Größerwerden der Minis dokumentiert ist. Klar, Bildmaterial ist genug vorhanden und die Erinnerungen sind auch noch frisch, aber man vergisst so verdammt viel. Und die Zeit rast dahin.

Was kann ich über das letzte Jahr sagen?

Die Jungs sind gestern 7 Jahre alt geworden, seit zwei Wochen Schulkinder (der erste will schon „kündigen“ oder besser noch, sich „feuern lassen“, wie er sagt, weil – laaangweilig. Und es dauere alles so lange. Fängt gut an.) und mir ist gerade erst aufgefallen, wie sehr viel größer und weniger kindlich sie im Vergleich zu Fotos aus dem vergangenen Jahr wirken.

Ich muss ständig Mathefragen beantworten. Argh. Und sie sagen Dinge wie „Alter, Mama! Geil.“ Aaaargh. Ich darf sie in der Öffentlichkeit nicht mehr küssen und sie lächeln milde, wenn ich seufze und sie ‚meine Babiiiees‘ nenne. Wann immer ein besonderer Moment ist, sagen sie „Hach Mama, jetzt musst du sicher wieder gleich ‚meine Babiiiies‘ sagen. Und ja, Recht haben sie. Muss ich. In letzter Zeit ganz schön häufig.

Was ist sonst noch passiert? Wir waren in Marseille, die Jungs und ich alleine, ganz spontan, weil mir hier die Decke auf den Kopf gefallen ist. Besser, mit anstrengenden Kindern unterwegs zu sein als mit selbigen bei schlechtem Wetter im Haus zu sitzen. Davor hatten wir das erste Mal Urlaub mitten in den Sommerferien und waren in der Türkei und Griechenland segeln. Na gut, weniger Segeln, mehr Buchtenliegen. Es gab einen superkurzen Kurztrip an den Bodensee (um auch noch dem gefühlt einzigen Regentag dieses Sommers zu entkommen), wir waren ein paar Mal in Kärnten am immer noch wunderschönen Wörthersee, haben uns endlich nach so vielen Jahren nach Berlin gewagt (das ich immer verabscheut habe, weil sich die Berliner für so viel cooler und hipper halten als die Münchner) und dann festgestellt, wie überraschend wunderbar Berlin doch tatsächlich ist. Den nächsten Besuch kann ich kaum abwarten. Und schließlich waren wir zu Anfang des Jahres noch in Kapstadt. Wieder einmal. Aber auch dieses Mal sicher nicht zum letzten Mal. Es zieht mich immer wieder so mächtig in seinen Bann, ich werde nie genug bekommen.

Zu Halloween des vergangenen Jahres waren wir noch auf einen Sprung in London und im damals noch spätsommerlichen Urlaub auf einem Roadtrip durch Italien.

Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist heiratnichtausgeschlossen und ich bin reisesüchtig. Der Gatte macht sich schon langsam Sorgen. Aber hey, Reisen kann man nicht genug, oder? Reisen bildet, öffnet den Horizont, fördert die Toleranz und ist, meistens, gesund für Geist und Körper.

Blöderweise wurde das jetzt durch den Schulalltag der Jungs drastisch eingeschränkt. Ich darf gar nicht laut sagen, dass ich eigentlich schon ein bisschen für das kommende Wochenende nach günstigen Flügen im 1-2 Flugstunden-Radius gesucht habe. Ähem. Wird aber nix, da der Ehemann seine langersehnte Gartenhütte aufbauen will. Oh je. Ich fürchte, ich werde bis zu den Herbstferien warten müssen.

So. Jetzt seid ihr, reisetechnisch gesehen, auf dem neuesten Stand. Den Rest habe ich vergessen. Mein Gehirn funktioniert nicht mehr so richtig, habe ich das Gefühl. Die ständigen „Mammmaaa? Mama? Maaaammmmmma?!“s (gefolgt von „Weißt du?“. Immer. Immerimmerimmer. Jeder Satz muss mit „Mama? Weißt du?“ anfangen, sonst ist er in ihrer Welt anscheinend nicht vollständig.) müssen wertvolle graue Materie vernichtet haben. Egal – deswegen bin ich ja unter anderem hier, ab jetzt wird wieder aufgeschrieben.

Noch Fragen? 🙂

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