Sonnenuntergänge und unnötige Zwischenfälle…

Die letzte Woche war so richtig beschissen. Ich weiß gar nicht so richtig, wie ich anfangen soll. Oder ob ich überhaupt davon anfangen soll. Mir ist seit Wochen danach, mal etwas anderes aus dem Alltag hier zu posten, nicht immer nur die wunderbaren Urlaubsgeschichten. Aber ich weiß eben nicht, wie ich damit beginnen kann.

Ich liebe es, auf Instagram auch mal hinter die Fassade zu blicken und die echten Menschen mit echten Problemen oder in totalem Chaos zu sehen, aber ich mag eben auch die Heile-Welt-Posts. Alltag habe ich ja selbst genug.

Suboptimal gefühlt habe ich mich schon seit einer ganzen Weile, ständig erschöpft und müde, nicht fähig, etwas zu unternehmen, aber ich dachte, das kommt von meiner Schilddrüsenunterfunktion, das passiert öfter. Dieses Mal allerdings waren die Werte halbwegs passabel und von den Ärzten habe ich nur Schulterzucken geerntet. Aber weil ich so starrköpfig bin und mich für superschlau halte, habe ich eben selbst an der Dosierung herumgeschraubt und mir eine alte Packung nicht aufgebrauchter Tabletten in höherer Dosis zugeführt. Gewünschter Effekt war, dass die Hormonwerte jetzt natürlich auch noch drastisch aus dem Gleichgewicht geraten sind. Yay.

Das Gute an meinem momentanen Zustand: es fällt nicht weiter auf, ich bin ja sowieso schon so k.o.

Danach allerdings habe ich mich endlich aufgerafft und eine neue Ärztin kontaktiert, die  Naturheilkunde und Schulmedizin verbindet, so etwas hatte ich lange gesucht. Und siehe da, nach diversen Laborbefunden mit schockierende schlechten Werten von allem Möglichen sagte sie mir, dass wir da jetzt einiges verbessern können. Das gipfelt gerade darin, dass ich ungefähr 15 Pillen am Tag schlucke – außer in den letzten Tagen… womit ich wieder zur beschissenen Woche zurückkomme:

mir ist am Samstag letzter Wochen beim Essen im Restaurant ein Stück Draht im Hals stecken geblieben. Nach diversen Arzt-, Notaufnahme- und Klinikbesuchen „durfte“ ich dann gestern endlich in der Klinik bleiben und es wurde herausoperiert. Dass das eine ziemlich große Sache war und ich wahnsinniges Glück hatte, dass nicht mehr passiert ist, wird mir erst langsam klar, wenn ich die Reaktionen der Ärzte sehe. Das Ding war 3 cm lang und steckte wohl so richtig tief irgendwo beim Kehlkopf in der Speiseröhre und hat natürlich in den Tagen auch noch entzündet… aber wenn es die Speiseröhre durchstoßen hätte, hätte es richtig übel ausgehen können.

Also sitze ich heute hier, bin noch ziemlich lädiert von der OP und dem ganzen Drama – ich habe schon panische, wirklich panische Angst vor diesen Holzstäbchen, mit denen der Arzt die Zunge herunterdrückt; könnt ihr euch vorstellen, wie ich die ganzen Endoskope (wenn auch überwiegend durch die Nase, weil ich so gezappelt habe. Macht es aber nur unwesentlich besser. Na gut, man kann nicht draufbeißen. Besser für den Arzt also.) der Woche aufgenommen habe? Ich will gar nicht mehr dran denken. Habe jedenfalls ziemlich viel geheult und einen Puls gehabt, dass ich dachte, ich überstehe den Tag deshalb nicht.

Jedenfalls bin ich hier und so verdammt froh, dass die Schmerzen weg sind und ich mir gerade keine Sorgen mehr machen muss. Auch wenn mich diese Episode bei meinen Laborwerten vermutlich wieder weit hinter die Startlinie zurückgeworfen hat. Dann sind es jetzt eben 17 Pillen, weil das Antibiotikum noch dazukommt.

So. Jetzt habe ich es aufgeschrieben, weiß aber immer noch nicht, was ich damit bezwecken will. Kaut euer Essen gut, würde ich zumindest mal als Tipp aus dieser Geschichte mitnehmen (und ja, ich werde definitiv rechtliche Schritte unternehmen, will mich aber wenigstens dieses Wochenende nicht, absolut gar nicht mehr damit befassen).

Deshalb also zu wesentlicheren Themen:

Meine Kinder sagen „Digger, ey.“ Und „Alter, Mama. Krass.“.

Man könnte jetzt meinen, dass sie vielleicht in der Pubertät sind und furchtbar cool rüberkommen wollen, aber… sie sind noch keine acht. Aahaaacht. Hier darf man sich jetzt gerne das Munch-Schrei-Emoticon vorstellen.

Die Schule bekommt ihnen gar nicht gut. Meine Babys sind zu krassen Kerlen geworden. Ich darf ihnen um Gottes Willen nichts mehr zum Anziehen raussuchen, sie nicht um „peinliche“ Dinge bitten oder selbst schlechte Witze machen – sonst folgt entnervtes Gestöhne und Augenverdrehen.

Und was das Schulkinddasein an sich angeht… au weia. Der eine entpuppt sich als durchaus gerissen, wenn es um die Vermeidung von Arbeit geht. Ein paar Wochen nach der Einschulung kam uns zu Ohren, dass er sich die Hausaufgaben von einem Drittklässler machen lässt. Klammheimlicher Respekt – wie geht das denn ohne Bezahlung, als Erstklässler? Danach ließ er sich im Hort ein bereits ausgefülltes Arbeitsblatt kopieren und schrieb lediglich seinen Namen drauf.

Und schließlich haben wir kurz vor den Pfingstferien festgestellt, dass sein ganzes Heft voller Post-Its der Lehrerin ist, die ihn darauf hinweist, dass er Aufgaben entweder „übersehen“ (jaaa klar) oder schlampig gemacht hat. Als wir ihm sagten, dass er in Erfahrung bringen muss, bis wann er das korrigiert haben sollte, kam er über den Rest der Woche täglich mit neuen Ausreden nach Hause: „Vergessen.“, „Lehrerin hat das Heft vergessen“, „Lehrerin hat gesagt, es wäre so schon okay“ und so weiter. Nach einem Briefwechsel zwischen der Lehrerin und mir lief es dann wenigstens, aber jetzt geht es schon wieder los mit der Schlamperei. Weil er, der Arme, ständig abgelenkt wird. So ein Früchtchen. Ich war immerhin in der Mittelstufe, als ich mit solchen Geschichten ankam – aber dafür kenne ich alle Tricks, das wird noch ein heißer Showdown. Herrje.

Dann aber wiederum wehe, sie sind an einer Brennnessel entlanggestreift oder haben sich das Knie beim Fußball aufgeschürft. Dann darf ich wieder mütterlich zum Einsatz kommen und trösten und knuddeln. Und auf jeden noch so mikroskopischen Kratzer ein Pflaster kleben, zumindest beim einen. Dem anderen darf keiner zu nahe an die Wunde kommen. Allerdings, um ehrlich zu sein, verdrehe ich dann heimlich hinter ihrem Rücken die Augen, weil sie so… nun ja… zimperlich sind.

Und nachdem ich sie jetzt gefühlt zum zwanzigsten Mal aufgefordert habe, sich „bettfein“ zu machen, sie mich aber bisher super ignoriert haben, muss ich jetzt leider hier abbrechen und Konsequenzen folgen lassen. Juhu. Nicht.

Habt ihr wenigstens einen schönen Abend!

Herbstwochenende…

…auf’m Berg. Beziehungsweise runter vom Berg, da ich bergauf furchtbar finde. Ich mag es nicht, wenn sich der Puls erhöht und man schwer atmen muss. Was das für meine Sportkarriere bedeutet, kann man sich jetzt wahrscheinlich vorstellen.

Jedenfalls sind wir, wie eigentlich jedes Jahr, durch die Partnachklamm marschiert. Auch ohne Kinder ist das ein irres Gefühl, diese Naturgewalt zu sehen und zu hören, mittendrin zu sein.

Rauf ging es mit der Eckbauer-Bahn, von dort über einen gekiesten Weg runter zum Graseck, eine dringend nötige Einkehr bei der Kaiserschmarrn-Alm (wobei, trotz dieses Namens, der Kaiserschmarrn in der Tiroler Hütte auf dem Brauneck auch nach Jahren noch ungeschlagen bleibt) und nach der Stärkung dann beschwingt weiter zum oberen Eingang der Partnachklamm. Durch die Schlucht mit den tosenden Wassermassen ging es dann ins Tal.

Nächster Versuch.

Mal sehen, ob es hier wieder etwas wird. Das letzte Jahr, oder besser: die letzten anderthalb Jahre waren wild, ereignisreich und kräftezehrend.

Jetzt fehlt mir allerdings langsam doch der kreative Auslass… und ich finde es schade, dass immer weniger aus unserem Leben und dem Größerwerden der Minis dokumentiert ist. Klar, Bildmaterial ist genug vorhanden und die Erinnerungen sind auch noch frisch, aber man vergisst so verdammt viel. Und die Zeit rast dahin.

Was kann ich über das letzte Jahr sagen?

Die Jungs sind gestern 7 Jahre alt geworden, seit zwei Wochen Schulkinder (der erste will schon „kündigen“ oder besser noch, sich „feuern lassen“, wie er sagt, weil – laaangweilig. Und es dauere alles so lange. Fängt gut an.) und mir ist gerade erst aufgefallen, wie sehr viel größer und weniger kindlich sie im Vergleich zu Fotos aus dem vergangenen Jahr wirken.

Ich muss ständig Mathefragen beantworten. Argh. Und sie sagen Dinge wie „Alter, Mama! Geil.“ Aaaargh. Ich darf sie in der Öffentlichkeit nicht mehr küssen und sie lächeln milde, wenn ich seufze und sie ‚meine Babiiiees‘ nenne. Wann immer ein besonderer Moment ist, sagen sie „Hach Mama, jetzt musst du sicher wieder gleich ‚meine Babiiiies‘ sagen. Und ja, Recht haben sie. Muss ich. In letzter Zeit ganz schön häufig.

Was ist sonst noch passiert? Wir waren in Marseille, die Jungs und ich alleine, ganz spontan, weil mir hier die Decke auf den Kopf gefallen ist. Besser, mit anstrengenden Kindern unterwegs zu sein als mit selbigen bei schlechtem Wetter im Haus zu sitzen. Davor hatten wir das erste Mal Urlaub mitten in den Sommerferien und waren in der Türkei und Griechenland segeln. Na gut, weniger Segeln, mehr Buchtenliegen. Es gab einen superkurzen Kurztrip an den Bodensee (um auch noch dem gefühlt einzigen Regentag dieses Sommers zu entkommen), wir waren ein paar Mal in Kärnten am immer noch wunderschönen Wörthersee, haben uns endlich nach so vielen Jahren nach Berlin gewagt (das ich immer verabscheut habe, weil sich die Berliner für so viel cooler und hipper halten als die Münchner) und dann festgestellt, wie überraschend wunderbar Berlin doch tatsächlich ist. Den nächsten Besuch kann ich kaum abwarten. Und schließlich waren wir zu Anfang des Jahres noch in Kapstadt. Wieder einmal. Aber auch dieses Mal sicher nicht zum letzten Mal. Es zieht mich immer wieder so mächtig in seinen Bann, ich werde nie genug bekommen.

Zu Halloween des vergangenen Jahres waren wir noch auf einen Sprung in London und im damals noch spätsommerlichen Urlaub auf einem Roadtrip durch Italien.

Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist heiratnichtausgeschlossen und ich bin reisesüchtig. Der Gatte macht sich schon langsam Sorgen. Aber hey, Reisen kann man nicht genug, oder? Reisen bildet, öffnet den Horizont, fördert die Toleranz und ist, meistens, gesund für Geist und Körper.

Blöderweise wurde das jetzt durch den Schulalltag der Jungs drastisch eingeschränkt. Ich darf gar nicht laut sagen, dass ich eigentlich schon ein bisschen für das kommende Wochenende nach günstigen Flügen im 1-2 Flugstunden-Radius gesucht habe. Ähem. Wird aber nix, da der Ehemann seine langersehnte Gartenhütte aufbauen will. Oh je. Ich fürchte, ich werde bis zu den Herbstferien warten müssen.

So. Jetzt seid ihr, reisetechnisch gesehen, auf dem neuesten Stand. Den Rest habe ich vergessen. Mein Gehirn funktioniert nicht mehr so richtig, habe ich das Gefühl. Die ständigen „Mammmaaa? Mama? Maaaammmmmma?!“s (gefolgt von „Weißt du?“. Immer. Immerimmerimmer. Jeder Satz muss mit „Mama? Weißt du?“ anfangen, sonst ist er in ihrer Welt anscheinend nicht vollständig.) müssen wertvolle graue Materie vernichtet haben. Egal – deswegen bin ich ja unter anderem hier, ab jetzt wird wieder aufgeschrieben.

Noch Fragen? 🙂

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