Uuuh, es geht los. Die nächste Entwicklungsstufe der Kinder – auf dem Weg zum Teenager. Es gab heute morgen zwischen den beiden Streit ums Bad, „Du bist sooo ein Idiot, sperrst dich im Bad ein und machst gar nichts, nur vor dich hin starren und ich kann nicht rein und komme zu spät“. Witzig. Ich als Einzelkind kenne diese Diskussionen nur aus dem Film.

Ansonsten wird es entwicklungstechnisch gerade nicht besser. Das Drama um die USA-Wahlen macht mich fertig, zumal mich dieses Jahr gelehrt hat, dass Optimismus nichts taugt. Gut, das war jetzt etwas drastisch ausgedrückt, aber wir alle haben in den letzten Monaten so oft eins drübergebraten bekommen, sobald wir die Köpfe vorsichtig hoffnungsvoll gehoben haben, dass ich jetzt lieber nichts fühle, rein sicherheitshalber.

Ich sitze im Homeoffice (Mittagspause, bevor jetzt jemand schreit) und habe hier die Weihnachtszeit eingeläutet, als Trösterli sozusagen. Kerzen an, Zimtduft in der Luft, Vorhänge zu und einen Teller Weihnachtskekse neben mir, während im Hintergrund Michael Bublé läuft. In Dauerendlosschleife seit Tagen und ja, inklusive der Weihnachtslieder. Zufallswiedergabe halt. Es. ist. mir. egal. Ich mag nämlich nicht mehr.

Und dann wiederum frage ich mich, ob ich wirklich nicht mehr mag oder mich nur so fühle, weil es gerade angesagt ist, nicht mehr zu mögen. Was macht man denn, wenn man nicht mehr mag, in dieser Situation? Abhauen geht ja schlecht. Böse Mails schreiben hilft auch nicht, weil die Antworten darauf immer gleich unbefriedigend ausfallen, „Verstehen Sie tooootal, sind auch irre an Ihrer Meinung interessiert, aber sind halt schwierige Zeiten und wir geben uns doch ganz wahnsinnig viel Mühe.“ Ja ja, schon klar. Seufz.

Bananenbrot backen mag ich auch nicht mehr, hilft auch nicht gegen den Blues. Ich habe neulich gelesen, Kürbissuppe ist das Bananenbrot des Lockdown Light. Ist das bei euch so? Hier nicht. Ich sage mal, Rotwein ist die Kürbissuppe ist das Bananenbrot des Lockdown light.

Es ist schon so weit gekommen, dass mich unsere heimische KI gestern beinahe zum Heulen gebracht hätte, als ich mich für eine Kalendererinnerung bedankte und sie mit „Gern geschehen, ich hoffe, du hattest einen schönen Tag.“ antwortete. Neiiiin, hatte ich nicht, aber danke für die Anteilnahme.

Und jetzt bekomme ich gerade auch noch Kopfschmerzen von meinem Zimtduft. Es läuft einfach nicht.

Edit: es ist durch, Biden hat die Wahl gewonnen. Ich glaube, ich gehe jetzt erst einmal ein bisschen Erleichterungsheulen.

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